Improvisation

Wir haben in Europa oft sehr hohe Ansprüche an unsere Imagination und sind gleichzeitig geprägt von vielen eindrucksvollen vorherigen Beispielen. Gleichzeitig verlassen wir uns auf gerne auf etablierte Regeln, die Sicherheit und Harmonie gewährleisten sollen. Das hat meist historische Gründe und ist in vielen Lebensbereichen auch sehr sinnvoll. Als Weiterentwicklung eben auch in der Ideengeschichte hat sich gerade eine neuerliche Diskussion über den Wert der „Improvisation“ als Kulturtechnik (Musikbeispiel) und wichtiger Teil des Kompetenzspektrums entfacht. Das ist leicht für jede/n auszuprobieren. Die zentral europäischen Länder tun sich schwer, den Wert der Improvisation außerhalb der Jazzmusik zu würdigen. So überrascht es wenig, dass eine philosophische Wertschätzung der Improvisation, die eine lange Tradition hat, denn auch von einer Person mit italienischem Namen als Erstautor angeregt wird (Alessandro Bertinetto und Georg W. Bertram). Philosophischer Ausgangspunkt ist Wittgenstein. Demnach sei die Flexibilität des rationalen Verhaltens bestimmt von der Maxime: Wir schaffen die Regeln im laufenden Prozess. Im künstlerischen Bereich ist die Improvisation fest etabliert als normative Praxis. Das Anliegen der beiden Autoren ist weitreichender. Improvisierte Praxis wird gesehen als konstitutiver Bestandlteil der menschlichen Praxis. Die Hegelsche Dialektik wird angewandt auf das jeweilige Verständnis von Normativität, Gewohnheit und Freiheit. so entstehen jeweils dialektische Paare von Konstrukten (S.204), die Improvisation als Gegenpol definieren, um neue synthetische Begriffe zu definieren, die Improvisation als impliziten Teil verstehen. Normativität als planvoll setzt sich nur scheinbar ab von planlos, da Improvisation auch in künstlerischen Bereichen gewissen Normen folgt. Gewohnheiten werden zufällig durchbrochen. Der Begriff der Freiheit knüpft an das Verständnis von Freiheit als Freiheit von Zwängen, gegenüber positiver Freiheit, d.h. etwas tun zu können. Frei von äußeren Zwängen sind nur ganz selten Akte der Ausübung von selbstbestimmtem Handeln. Vorbereitung ist daher eine Vorbedingung für Improvisation (S. 205). Der Improvisation inhärent ist das prozedurale Lernen „learning by doing“ und weniger die theoriegeleitete Praxis. Persönlich habe ich allerdings einen sehr theoriegeleiteten Zugang zur Improvisation, ausgehend von bspw. den Kirchentonarten und Intervallen, hin zur Jazzmusik.
Spannend ist die Rolle von Interaktionen zwischen Personen bei Improvisationen, die ein ständiges Ausloten von Grenzen und Plänen darstellen können (S. 209). Für JuristInnen ist die Diskussion zum „Subsumieren“ von Fällen unter allgemeine Regeln ein interessanter Anwendungsfall der humanen Praxis Improvisation. Neue auftretende Fälle geben eventuell Anlass für ein gewisses regelkonformes Improvisieren, das dann diskursiv im Weg durch die Instanzen Normativität erlangt. Den Menschen, eventuell sogar das Menschsein, im Gegensatz zum Roboter oder der künstlichen Intelligenz zeichnet gerade der kreative Umgang mit Regeln aus. Anfang sein für Menschlichkeit kann jeder Faux-pas.
(Musik dazu Relaxin von Willie „The Lion“ Smith)

Fukushima Energiewende

Kernreaktoren sind sicher. So dachten viele bis vor 10 Jahren Fukushima eine Kernschmelze erlebte, nach einem starken Erdbeben. Tschernobyl vor 30 Jahren haben wir wohl eh schon vergessen oder unsere Kinder kennen es gar nicht mehr. Atomstrom wird lustig weiter produziert und selbst die mittlerweile preiswertere Energie aus Sonne, Wind, Wasser und Geothermie hat weiterhin einen schweren Stand gegen die verkrusteten Interessen der großen Energieoligopole. Da ist der Hinweis von Ortwin Renn, sich besser auf mögliche Reaktorunfälle vorzubereiten, nur eine mahnende Stimme von vielen. Im Buch „Meltdown: Inside the Fukushima Nuclear Crisis“ von Yoishi Funabashi werden Details des Ablaufs anschaulich beschrieben. Die in Deutschland als indirekte Folge eingeleitete Energiewende ist schon lange ins Stocken geraten. Dabei lassen sich mit Balkonkraftwerken und Sonnendächern schon jetzt erhebliche Mengen an Strom selbst erzeugen. Dezentrale Energieerzeugung ist dadurch eine realistische Alternative geworden. Stellen wir uns im Sinne von „Imagineering“ vor, alle dürfen nur den Strom verbrauchen, den sie selbst erzeugen. Nicht mehr. Plötzlich würden alle anfangen Dächer und Gärten für Sonnenkollektoren und kleine Windrädchen zu nutzen, abgekoppelt von den großen Netzen. Ich würde jetzt mal frech behaupten, dass der größte Teil der Weltbevölkerung in Afrika und Asien bereits so ihren Strombedarf deckt, mangels vorhandener Infrastruktur. Warum gerade in den dicht besiedelten Gebieten so viele Kernkraftwerke stehen, erschließt sich bei einer realistischen Gefahreneinschätzung (>0) nicht mehr. Im Tagesspiegel S. 25 vom 11.3.21 wird das weiterhin ungelöste Problem der Atommüllendlager angesprochen. Können Demokratien das mit partizipativen Methoden besser lösen? Wir bleiben gespannt. Unfälle durch Einsickern in Grundwasser (oder ins Meer wie Japan) von strahlenden Schadstoffen gehört ebenfalls rein in die Risiko- und Kostenabschätzung.

Zukunft

Die erste überlieferte Abhandlung über die Zukunft mit großer Reichweite ist die Johannesoffenbarung im letzten Kapitel des Neuen Testaments. Während in der Apokalypse von einem letztlich eintreffenden Ereignis ausgegangen wird, nehmen unsere modernen, wissenschaftsbasierten Vorstellungen von Zukunft eine Offenheit des Zukünftigen an. Gleichzeitig wissen wir spätestens seit der Erfindung der Atombombe, dass der Mensch seine Apokalyse mittlerweile in den eigenen Händen hält (Imagineering). Mehr als 75 Jahre hat es gedauert bis eine UN-Konvention das Verbot der Nutzung der Waffen beschlossen hat. Die Sichtweise der „Zukunft als Katastrophe“ wurde von Eva Horn umfassend analysiert (Zugang zur Leseprobe hier). Mit Zukunftsbeschreibungen wird dass „kollektive Imaginäre“ (S.22) erzeugt. Die Vision einer Katastrophe inspiriert sich dabei durchaus an vielfältigen Beispielen aus der Geschichte. Das Weiterzeichnen von bereits angelegten Entwicklungslinien ist eine Projektion des Ist-Zustands in die Zukunft und unterscheidet sich qualitativ von der Prophezeiung, dem Entwurf eines fiktiv eintretenden Ereignisses. Imagination, verwandt als Methode, kann sich beider Techniken bedienen und bewusst Bilder, Erzählungen und Film einsetzen, um verschiedene Szenarien aufzuzeigen. Wichtig bleibt festzuhalten, dass es sich bei noch so kurzer Zeitspanne in die Zukunft um Fiktionen handelt. Dennoch können mit statistischen Methoden im Rahmen eines gesetzten Wahrscheinlichkeitsraums (Randbedingungen) Trends erkennbar werden. Die wichtigste Funktion derartiger Abhandlungen über die Zukunft, die wir in der Moderne immer als plurale Zukünfte verstehen sollten, ist das Wachrütteln, das mögliche und wahrscheinliche Entwicklungen eventuell noch vermieden werden können. Die unterschiedlichen Inszenierungen der Zukunft ermöglichen einen Diskurs über unterschiedliche Zukünfte. Das Widerum erlaubt uns, über Handlungsoptionen und wünschenswerte Ergebnisse des heutigen Handelns eine Meinung zu bilden. Klima, Gesundheit und Arbeitswelt bestimmen unsere Lebenswelt auf deren zukünftige Chancen, Risiken und Möglichkeiten müssen wir uns heute verständigen, denn wir haben gemerkt, dass viele von früheren Generationen eingegangenen Risiken, uns noch heute und für viele Jahre betreffen werden. Imagination kann sehr wirkmächtig sein, im Guten wie im Bösen. Der „Zukunft als Katastrophe“ können wir im besten Hegelschen Sinne, quasi dialektisch die „Zukunft als positive Utopie“ entgegensetzen. Okay, das hat die Bibel mit Paradies und Hölle auch schon vorgemacht. Die imaginäre Methode bleibt die gleiche, jedoch werden wir die Anwendungsgebiete aktualisieren müssen.

Imagine Vision

Kinder, Kinder

Kinder haben Rechte. Das ist allen klar. Weniger klar ist, wer denn für die Durchsetzung der Rechte von Kindern verantwortlich ist. Schnell wird dann selbstverständlich auf die überragende Verantwortung der Eltern (mal 1, mal 2, mal 3, mal 4 …oder keine mehr) verwiesen. Armut, die Kinder trifft, sollte unter besonderem Schutz aller stehen. Warum tun wir uns nach wie vor so schwer in der EU diesen Schutz zu organisieren?

Kinder brauchen Kinder als Spielfreunde und LernpartnerInnen. Die Zukunft Europas wird gerade da frühzeitig angelegt. Wieso ist es so einfach die Kinder samt ihrer Eltern wegzusperren, statt Betriebsschließungen zu verhängen. „Home Office“ als Rechtsanspruch zumindest für Eltern sollte eine selbstverständliche Gemeinschaftsaufgabe sein.

Ein Wahlrecht mit 16 Jahren sowie eine höhere Gewichtung von Wahlstimmen von Eltern, z.B. + 0,5 Stimmenanteil für jedes Kind, sollten nicht mehr nur Gedankenspiele von Wissenschaffenden bleiben. Zumindest in einigen Regionen könnten wir beginnen, damit zu experimentieren und Folgen zu evaluieren. Darin liegt Zukunftsfähigkeit für die EU begründet.

Mal so als Gedankenspiel in der Vor-Karnevalszeit. Stellen wir uns vor: wir warten in einer Traube von Menschen auf einen Bus, U-Bahn, Regionalzug, oder ICE. Welche Rechte haben Kinder, Männer, Frauen, Ältere? Diskutieren Sie, ob eine EU-Verordnung in Anlehnung an die Tierschutztransportverordnung der EU und Hundehaltung analog für Kinder in Zeiten von Covid-19 nötig ist. Kinder haben mehr Rechte als Tiere, oder? Darauf können wir uns doch sicherlich einigen. Der Rest ist politische Überzeugungs- und Lobbyarbeit. Dass Parteien mit einem C oder S im Namen das Thema nicht ernst nehmen, muss mir noch jemand erklären. Danke dafür. Volkspartei war früher mal ernst gemeint, aber eben auch nur die Wahlvolkpartei. Kinder wählen nicht, sondern werden hin und her geschubst. Bisweilen können wir schon einmal konkret mit den Rechten der Eltern auf Home Office, Kitaplätze und Grundschulen sowie gesicherten Lebensunterhalt anfangen. Die größte Baustelle bleibt Kinder in schwierigen Familien.

Lösungshilfe: Auszug aus dem Merkblatt für Transporte von Rindviechern, Schweinen, Schafen … laut Tierschutztransportverordnung S.3-4 der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft „forschen, fördern, bilden“.

Money buys Law?

Im Fussball gibt es lange die These: Money buys Goals. Der Verein, der am meisten Geld auf den Tisch legen kann für teure Spielende, kann Tore und damit Titel kaufen. Funktioniert erschreckend gut, meistens. In Demokratien hoffen wir, dass Geld für Wahlkampagnen nicht alleine ausschlaggebend ist für die Stimmabgabe. Ob das immer so gilt, sollte nach der US-Wahl wieder untersucht werden. In Deutschland haben wir endlich das Lobbyregister beschlossen, aber die Pandemieprofiteure und Bestechlichkeit mit „Nüsslein“ und Eigentor „Amthor“ in der CDU/CSU ist erschreckend (Kohl lässt grüßen). Es gibt da neue Strategien. In Kalifornien hat zeitgleich zur Präsidentenwahl eine Abstimmung gefragt, den Uber-Fahrern weiterhin den Arbeitnehmerstatus zu verweigern. Echt, das geht im Sonnenstaat. Es wurden große Geldsummen von Uber und Lyft investiert, diese Wahl wohl indirekt auch die Präsidentschaftswahl, zu beeinflussen. Klar das Thema beschäftigt mich seit längerem wegen der gesellschaftlichen Beeinflussung von Recht, hier Arbeitsrecht. https://imagine4d.de/uber-arbeitsrecht-in-europa). Wir sollten in Europa nicht länger zögern und entsprechende Regelungen für Arbeitnehmende schaffen, die einen hinreichenden Schutz bei Krankheit, Unfall, Arbeitslosigkeit und Rente ermöglichen. Statt Kurzsichtigkeit als Selbständiger sollte Weitsicht für soziale Lagen gefördert werden. Lektüre dazu in Financial Times vom 6.11.2020.

Entscheiden

Neurowissenschaftliche Befunde erlauben uns, den Ablauf von Entscheidungsprozessen live zu verfolgen (Bild unten). Mit noch sehr rudimentären Entscheidungssituationen wurden Affen konfrontiert und deren Entscheidung nach Contextstimulus mit Bewegungs- oder Farbimpuls gemessen. Die Messgenauingkeit liegt mittlerweile bei einzelnen Neuronen und Reaktionszeiten in Millisekunden. Mehrere Neuronen führen zu beeindruckend unterschiedlichen Mustern der Aussendung von Signalen. Die Schwierikeit für das Gehirn ist dabei, wie die eventuell auch widersprüchlichen Signale auszuwerten sind. Bei der Entscheidungsfindung wird also eine mehrdimensionale Datenbank in kürzester Zeit (ms) auf wenige Dimensionen eingedampft. Durch diese Reduktion von Komplexität wird die Entscheidungsfindung erleichtert oder die Geschwindigkeit der Entscheidung aufrecht gehalten. Nun, stellen Sie sich einen Schilderwald auf einer Straße vor und eine Ampel, die auf Orange wechselt. Schon genug Dimensionen? Packen wir noch Radfahrer, Fußgänger, Kleinkinder und eine ältere Person in das Bild und die Entscheidung erhält viele Dimensionen, die wir täglich meistern. Ausblenden von Dimensionen erleichtert die Entscheidungsfindung. Daraus ergibt sich eigentlich ein deutliches Votum für eine Entschleunigung des Straßenverkehrs, damit wir der Mehrdimensionalität der Verkehrs gerecht werden können. Autobahnen sperren andere Verkehrsteilnehmende einfach aus, Fußgängerzonen ebenfalls. Erlauben wir Mehrdimensionalität und Imagination, dann müssen wir uns an die für unser Gehirn leistbaren Geschwindigkeiten in Entscheidungsprozessen anpassen. Unsere Plastizität bezüglich der Geschwindigkeit von Entscheidungsprozessesn hat gewisse Grenzen. Altersgrenzen für den Führerschein einen Sinn. Imagination als Methode erweitert zu berücksichtigende Perspektiven. Sie sollte Entscheidungsprozesse bereichern helfen. Das will gelernt werden, besonders bei bei der Entscheidungsfindung in Europa. Quelle: https://www.nature.com/ Mikio C. Aoi et al. 2020 https://doi.org/10.1038/s41593-020-0696-5

Erdbeben

Seismische Aktivitäten sind nicht nur für Atommüllendlager ein wichtiger Faktor, der unbedingt berücksichtigt werden muss. Auch bereits für die Standortwahl von Kernkraftwerken sind diese Faktoren enorm wichtig. Seit Fukushima wissen wir, dass starke Erdbeben Tsunamies auslösen können, die dann vermeintlich von der Wissenschaft und Politik für unverwundbar gehalten wurden, schmelzen lassen können. Jetzt hat ein nicht für möglich gehaltenes Erdbeben in der Nähe von Kernkraftwerken in Frankreich zu erheblichen Irritationen geführt. Quelle ist LeMonde vom 19.9.2020. Wir sollten in Europa uns sicherlich erneut mit diesen Fragen der Sicherheit der Standorte, mittlerweile auch der immensen Kosten für die geplanten Neubauten in einigen Ländern auseinandersetzen. Die industrie- und gesellschaftspolitischen Fehlentscheidungen der Vergangenheit müssen noch viele nachfolgende Generationen bewältigen. Strahlenlast, Rentenlast, Schuldenlast, Verlorene Biodiversität, schlechte Luft, Wassermangel – willkommen in der Zukunft unserer Kinder. Schämen wir uns, wir haben es ganz schön vermasselt. Noch gehen die SchülerInnen nur auf die Straße, oder?


Demos (Fr) und Demokratie

Viel Hoffnung für unseren Planeten gründen sich auf die Kommunalwahlen in Frankreich. Viele Großstädte in Frankreich werden ab 2020 von grünen Bürgermeistern regiert werden. Paris hat mit klarer Mehrheit Hidalgo mit ihrem rot-grünen Programm einschließlich Straßensperrungen für Autos mitten in Paris wiedergewählt. Eine deutliche Warnung für alle Demokraten sollte aber in der enttäuschenden Wahlbeteiligung liegen. Sowohl im ersten als auch im zweiten Wahldurchgang gingen in mehreren kleinen Städten weniger oder nur um die 20% der Wahlberechtigten zur Wahl. Das hat mit gelebter Demokratie wenig zu tun. Okay, wenn in einer Stichwahl nur Rechte oder nur Linke als zu Wählende zur Wahl stehen, dann interessiert das viele nicht mehr. Wir lernen wieder: Nur wirkliche, realisierbare Alternativen beleben die Demokratie. Aber für Extremisten können solche niedrigen Wahlbeteiligungen ein Einfallstor sein, demokratische Prozesse auszuhöhlen. So stellt die niedrige Wahlbeteiligung ein tatsächlich größeres Problem dar als die Aufmerksamkeit erheischenden „gillet jaunes“ Proteste oder Gewalt auf Straßen und in den Innenstädten. Die Erosion der Demokratie geht schleichend voran, leider selbst in Frankreich in 2020.

Quelle: https://actu.fr/politique

https://www.lemonde.fr

Soziales, ökologisches Europa

Die Debatte für eine soziale und ökologische Wende ist in Frankreich vor den dortigen Kommunalwahlen nochmals richtig in Gang gekommen. Auf europäischer Ebene wird der „Green Deal“ zusammen mit dem „Brexit Deal“ verhandelt. Da Covid-19 noch mit uns bleibt, sollten wir einen „Health Deal“ mit einbeziehen. Ein soziales, ökologisches Europa ist ein gesünderes Europa. Prävention mit Hilfe von adequaten „public health policies“ lassen mittelfristig bereits enorme Kosten einsparen und Lebensqualität erhöhen. Einzelbetrachtungen schlagen fehl, ganzheitliche Betrachtungsweisen sind nötig. Spätestens seit der Militärolympiade 2019 in Wuhan (!) wissen wir, dass mit Schutz vor Viren nicht nur Computerviren gemeint sind. Neben Cyberwar ist für den BIOwar mit Pandemien selbst neben dem Nuklearkrieg eine Sicherheitsbedrohung mit verheerendem Ausmaß geworden. Letzte Zahlen zur Pandemie haben für die USA alleine zu mehr Toten geführt als der Vietnamkrieg oder die Toten der Abwürfe von 2 Atombomben auf Japan. Daher müssen wir Europa fundamental neu denken, nicht als Bündnis gegen andere Staaten, sondern als „gutes Beispiel“ für zukunftsweisende Politik und ein Strategiebündel. In „LeMonde“ ist dazu ein Aufruf zu lesen (hier). Mein Entwurf für eine neue Schuman-Deklaration passt gut dazu. „Imagine-toi“ Stell-Dir-Vor, wie soll unser Europa sein? Warum nicht aus einer surrealistisch anmutenden Idee eine Realität werden lassen. Mehr Geld wird uns nicht verbinden, aber unterschreiben einer traumhaften, aber realisierbaren Idee schon.

quizz – inspiration Magritte

Macron – Merkel

Anlass sein, für einen neuen Plan, kann jede Pressekonferenz!
Im Laufe der sich überschlagenden Rettungsversuche für Europa sticht der Macron – Merkel-Vorschlag eines Investitionsfonds hervor. Bevor wir aber wieder einmal nur über das Geld und die Verteilung in Europa reden, sollten wir die Inhalte, Institutionen und demokratischen Verfahren erneuern. Einen Vorschlag dazu habe ich zum „Europatag“ 9.5.2020 formuliert. Dieser wurde bereits am 15.3.2020 bei der Schuman Stiftung zu einem europäischen Ideenwettbewerb eingereicht. Die Einreichungsfrist ist bis ca 15.10 verlängert worden. Also können noch viele neue Ideen eingereicht werden. Mein Beispiel zur Anregung und regem Gebrauch im Europaunterricht oder Sprachunterricht schon mal vorab. Das macht richtig Spaß.

Eine schöne Gelegenheit die französischsprachigen Seiten auf imagine4d.de/fr zu beginnen. Hier direkt zur imaginierten Deklaration.
Déclaration du 9 mai 2020 pour la paix, aussi bien écologique et sociale.

Image Source: David Cauwe Imagine Hors Serie Vélove Seite 97.
oder https://imagine4d.de/imagine-le-magazine

Covid19 Ιπποκράτης Pasteur Koch

These are some of the big names in the history of medcine. Hippokrates of Kos, Louis Pasteur, and Robert Koch have shaped modern medicine (arte video). Not only the Covid-19 crisis lets us focus again on their lasting merits for science and health. In comparing the mortality rates per 100.000 population of the major countries concerned (as of 9.4.2020) we witness striking differences in nation-states to cope with the spread and mortality of the virus.

COVID-9 Mortality (9.4.2020) form JHU

The shocking info of the figure shows the huge gaps between countries, and particularly within Europe between neighboring countries. Details on mortality within European countries, i.e. between regions within a country are of a similar spread. Hence there is a need for an unbiased algorithm to distribute sick patients to free hospital or only intensive care beds. Run this algorithm on a fairly continuous basis to solve the puzzle of empty beds in one region of Europe and an overload of patients in other regions. Through this procedure of „highly secured transportation (just as happening within France) a large scale logistic operation including the different timing of overload in regions and countries could be managed in a true European spirit. Testing, Testing, Testing and anti-virus vaccination has to be developed meanwhile.

The European programme or cohesion fund could be called similar to the ERASMUS-programme of the EU the Hippokrates of Kos, Louis Pasteur, or Robert Koch programme. Much better than the ugly discussions about the financing of the economic budget deficits, which have not benn devoted to public health efforts in most countries in past years. Data from OECD and my insights on this here.

Distribution of Hospitalisation in France (Source ESRI France 8.4.2020)

Quelle https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Fallzahlen.html abgefragt am 9.4.2020

For Italy source https://lab.gedidigital.it/gedi-visual/2020/coronavirus-i-contagi-in-italia/?refresh_ce

Covid-19, its merit for the Future of Europe

Countries in crisis mode can create surprising outcomes. The current Covid-19 crisis is no exception to this rule. In the middle of the crisis or of wars, the construction of peace or apeacement starts. Differences between countries prior to the crisis tend to become further excacerbated through the crisis. Take the country differences in terms of debt burdens for future generations in the OECD (see below, highlighting Eastern European countries and their moderate debt burdens, source OECD (2020), General government debt (indicator). doi: 10.1787/a0528cc2-en (Accessed on 30 March 2020)

If we compare this to the 2005-2019 evolution of the debt burden we see a number of countries that had difficulties to leave the financial crisis behind, i.e. reducing their public debt burden as % of GDP. If we compare this to the 2005 debt burden, we see a number of countries that had difficulties to leave the financial crisis behind.

For all OECD countries in direct comparison this gives figure 3 below (same data source, own depiction). Two readings of this. (1) Absolute levels of more than 100% of debt to GDP rations are much more numerous, also in Europe. Soaring debt is problem for more countries than we might believe, also in Europe, but not restrictied to Europe.

In the Covid-19 crisis we are all concerned about hospital beds (see figue 4), although this is just the top of the iceberg problem. Persons working in medical professions and their equipment seems to be of equal importance. OECD (2020), Hospital beds (indicator). doi: 10.1787/0191328e-en (Accessed on 31 March 2020)

The worrying indicator is the reduction of hospital beds per 1000 inhabitants also from just before the financial crisis or as in figure 5 below since 1998 the last 20 years. OECD (2020), Hospital beds (indicator). doi: 10.1787/0191328e-en (Accessed on 31 March 2020)

Conclusion. Europe needs a strategic reserve capacity not only of hospital beds and medical equipment to rescue its citizens in case of severe crisis. This includes the adequately trained personel that can stop a viral infection early on as a joint effort. Rapid and effective deployment is key just as it is necessary for joint military action and equipment. And for the aftermath an employment insurance that builds on short-time work were necessary and overtime compensation for crisis workers. Europe and the world would be a safer place, just imagine. Imagine all the people …

Kunst ohne Grenzen

Kunst hat seit Jahrhunderten Grenzen überschritten. Künstler*innen auch. Innerhalb Europas haben sich die gegenseitigen Beeinflussungen über Jahrzehnte hinweggesetzt. Erst kürzlich ist in der Brancusi-Retrospektive im BOZAR in Brüssel diese Verschränkung erneut dargestellt worden. Lebensverläufe werden von wichtigen Begegnungen geprägt. Rodin hat einen bleibenden Eindruck auf Brancusi hinterlassen. Genauso lassen sich Fernwirkungen von Beeinflussung oder Inspiration bei anderen Künstlern und Künstlerinnen ablesen, selbstverständlich auch jenseits eines Europa-Zentrismus. Das verlangt jedoch noch viel kuratorischen Aufwand. Die Skulptur von Gates Sofer nach Hepworthes „Ovaler Skulptur“ legt längere Entwicklungslinien nahe, zu bewundern in der Täte Modern. Netzwerke oder MindMaps derartiger Inspiration sind ein faszinierendes Kunst, Kunstmarkt und Kreativitätsthema. Formelle Schulenbildung interessiert dabei genauso wie die informellen Netzwerke und lose Anlehnung. Mehr davon zu fördern ist ein fruchtbarer Weg mittelfristig Bürger+innen in und jenseits Europas näher zu bringen.  

Täte Modern London

Gute Arbeit

Gute Arbeit hat viele Dimensionen. Bezahlung, Belastung, aber auch Autonomie und Planbarkeit. Gute Arbeit in Zeiten von Coronavirus hat nochmals zusätzliche Dimensionen ergänzt, wie z.B. die Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, Planbarkeit von HomeOffice. Im Journal of Industrial Relations ist eine Studie von Alan Felstead et al. veröffentlicht worden, die Unsicherheit am Arbeitsplatz thematisiert. Besonders die Null-Stunden Verträge und Unsicherheit bezüglich der tatsächlich zu arbeitenden Arbeitsstunden führt zu Irritationen bei Arbeitnehmenden. Diese neue Prekarität und Benachteiligung am Arbeitsmarkt hat gesundheitliche Folgen wie die Belastung durch Unplanbarkeit von Überstunden.
Zeitsouveränität, wer kann über den Umfang der Tages-, Wochen-, Monats-, Jahres- und Lebensarbeitszeit entscheiden, ist die Frage des 21-sten Jahrhunderts. Wieviel Entscheidungsspielräume gibt es für den Einzelnen? Haben Gewerkschaften die Kraft, um neue Arbeitszeitregeln jenseits von „Samstags gehört Vati mir“ durchzusetzen? Kann dem Verlangen nach mehr Sonntagsarbeit, wie es der Handelsverband Deutschland HDE fordert widerstanden werden?
Europa braucht dafür eine gemeinsame Vision. Daher kann uns die Diskussion der Renten und Lebensarbeitszeit in Frankreich nicht unberührt lassen.
Für das deutsche Spezialproblem der Sonntagsarbeit könnte eine Lösung darin bestehen, dass Lebensmittel sonntags von 9-12 eingekauft werden können, aber nicht der gesamte Einzelhandel geöffnet ist. Branchenlösungen oder regionale Abweichungen im Tourismus könnten ermöglicht werden. Aber 7/7 Tage und 24/24 Stunden Handel und Arbeit wie im Internet ist der menschlichen Gesundheit nicht zumutbar.

… und Sonntags sowieso

Uber, Arbeitsrecht in Europa

Arbeitsrecht in Europa und der EU kann unendlich komplex sein. In dem von mir geleiteten EU-Projekt Mitte der 90er Jahre haben wir 12 Arbeitsrechtsysteme im Kündigungsschutz und zu befristeten Verträgen, bzw. prekärer Beschäftigung verglichen (Buchveröffentlichung und WZB-Paper FS I 95-207 vergriffen). Das theoriegeleitete Zusammenführen von Empirie und rechtlichen Normen hatte Konzepte wie Effizienz, Ungleichheit und Wirkungen von Arbeitsrechtsreformen beleuchtet. Dieser Ansatz der Evaluation aus politisch-ökonomischer Sicht hatte sich bewährt und die Stoßrichtung vieler deregulativer Reformen aufgedeckt.

In 2020 werden diese Themen unter dem Stichwort „Uber“ wieder neu verhandelt. Joep Cornelissen und Magdalena Cholakova vertreten in ihrem Essay „Profits, Uber, everything“ die Meinung, dass Manager mit Kategorien spielen und maches Mal eine Innovation lediglich darin besteht eine „hybride“ Kategorie am Markt einzuführen, um etablierte Kategorien und Rechtskonstrukte zu umgehen. Paper in Strategic Organization

EU2020 – Neujahrswünsche

Viele Wünsche für die EU2020, oder das Programm der neuen EU-Kommission @vdLCommission lesen sich wie die üblichen Neujahrswünsche. Schnell gemacht, doch schnell gescheitert. Bei meinen Recherchen zum meinem neuen Buch über ein neues Narrativ für Europa sind mir die Versprechungen aus 2010 für 2020 aufgefallen. Das las sich damals so: “ In March (2010), the European Commission released its Europe 2020 strategy proposal, which strives for „smart, sustainable and inclusive growth“ and greater policy coordination between the EU and national governments. Dieses Dokument beschreibt ganz gut woran die EU-Commission in den letzten 10 Jahren gescheitert ist. Das einseitige Betonen von wirtschaftlichem Wachstum, Rückstandigkeit bei digitalen Lösungen, Nachhaltigkeit bei Vernachlässigung der Generationengerechtigkeit (siehe @FridaysForFuture) und „gelbe Westen Proteste“, die eine stärkere Spaltung der Bevölkerung verdeutlichen. Dazu noch die Blockade zwischen den Ländern in der Zuwanderungs- und Asylfrage und die Lage 2020 ist gut beschrieben. Es bleibt fraglich, ob die schönen Versprechungen 2030 und Neujahrswünsche in 2020 ein anderes Schicksal haben werden. Wir beobachten weiter!

Quelle: Intereconomics 2010

In 2016 wurde aus einem EU-Projekt heraus bereits eine gute programmatische Alternative skizziert. Diese erscheint mir weiterhin eine brauchbare Rechnung, wie auf die in 2010 beschriebenen und noch geltenden Herausforderungen geantwortet werden kann.

Quelle: Intereconomics 2016

Nachhaltige Investitionen, Bekämpfung von Ungleichheit und demokratische Governance gehörten damals und gehören heute ganz oben auf die To-do-Liste.
Frohes Neues Jahr(zehnt)!

Steuern angleichen

Für alle EU-Länder die den Euro € als gemeinsames Zahlungsmittel haben sollte auch die gleiche nominale Höhe an Steuern gelten. Das wäre doch eine einfache, leicht vorzustellende Regel für die Eurozone oder gar die ganze EU. Davon sind wir weit entfernt. In den meisten für Steuern relevanten Bereichen gibt es erhebliche Abweichungen zwischen den Mitgliedsländern. Angefangen bei der Mehrwertsteuer (VAT oder Sales Tax). Imagine – Lasst uns von einer Harmonisierung träumen, „it isn’t hard to do“. Die Experten träumen wieder, gut so. (LINK) Die Unterschiede bei der Mehrwertsteuer, für uns als Knsumenten wichtig interessieren, dabei wenig. Unterschiede zwischen den Ländern bei der MwSt werden wohl erstmal bleiben.

Daten der Grafik stammen von der OECD Tax database und sind in %. Es gibt erheblichen Gestaltungsspielraum. Interessant ist die scheinbare Unumkehrbarkeit: Eine einmal erhöhte MwSt wird fast nie wieder gesenkt. (Link). So bilden sich nationale und auch regionale Kulturen der Besteuerung heraus. Dennoch meine ich muss es möglich sein die Schweiz mit den skandinavischen Ländern oder Ungarn in eine europäische Union zu integrieren, die sich als historisches und demokratisches Projekt versteht. Zumindest reden die Länder und Interessenvertretenden bei der OECD über verwandte Themen. Spannend bleibt neben der globalen Erosion der Besteuerungsbasis (Steuerhinterziehungsmöglichkeiten) und der Steuervermeidung durch Gewinnverschiebung (BEPS) noch die „Goldene Visa“ Diskussion. Dabei hat sich nicht nur außerhalb der EU, sondern auch innerhalb (bspw. Malta) ein Markt für Staatsbürgerschaften, mindestens aber Aufenthaltsrechten, geschaffen. Besonders wohlhabende Personen können so Zugang zur EU erhalten, wenn mehr als 500.000 € „investiert“ oder für den Wert eine besonderes Anwesen gekauft wird. Die ökonomische Theorie hat es im Blick, die Gesetzgebenden in Europa noch viel zu wenig. Auf Basis von Steuerminimierungsmodellen wird Europa nicht zusammenwachsen (siehe EESC). Sehen wir uns an welch großartige Bauten, Kunstwerke, Frieden, Sicherheit, Bildung und Gesundheit Steuern ermöglicht haben. Es lohnt sich also beizutragen auf die eine oder andere Art, als Unternehmen oder Privatperson.

Made in Europe

Wir sind noch weit weg von einem Label „Made in Europe“. Ein Besuch auf der Messe „Made in France“ in Paris hat die Zwiespältigkeit dieses Begriffes für Frankreich verdeutlicht. Ein große Anzahl der Anbieter hat sich zuerst nach den relativ neuen, großen, administrativen Regionen in Frankreich sortiert. Die gemeinsame Klammer des „Made in France“ war noch nicht wirklich als übergreifendes Label eindeutig wahrnehmbar. Überrascht hat der einzige Autostand von Toyota dort, die in der Tat einige Autos im Norden Frankreichs zusammenschrauben. Fabriziert in Frankreich in der Endmontage ist wohl nicht unbedingt das Verständnis von den meisten Verbrauchern von „Made in France“.

Donald Trump und Boris Johnson könnten mit Importzöllen einem „Made in Europe“ auf die Sprünge helfen. Das war bereits vor mehr als 100 Jahren hilfreich damit sich „Made in Germany“ etablieren konnte. Mal sehen, Anregungen von Außen können sehr hilfreich sein.

Bedingungen der Teilnahme an „Made in France“ 2019

Spuren hinterlassen

Die Ausstellung „Le Silence du Mouvement“, beschrieben im vorherigen Blogeintrag, hat Spuren in meinem Denken über Europa hinterlassen. Stellen wir uns Europa vor als bewegtes und bewegendes Projekt. Die Spuren, die dieser Spielball der Geschichte hinterlässt und bereits hinterlassen hat sind enorm. Eine aktuelle kurze Zusammenfassung findet sich in „La Libre Belgique“ vom 30.10.2019 (LINK) von den Autoren der Europäischen Föderalisten Domenico Rossetti di Valdalbero et Jean Marsia. Zu Recht betonen sie gemeinsame Werte und kulturelle Gemeinsamkeiten, die sich über Jahrhunderte herausgebildet haben. Aber reicht uns dieser Blick allein auf die gemeinsame oder oft auch trennende Geschichte. Nein, wir müssen die europäische Idee wieder mit neuen Inhalten füllen.
Der von der Bertelsmann Stiftung vorgelegte Band aus 2011: „The European Way of Life“ hat nur wenig nachhaltige Wirkung entfacht. Obwohl Europa gerade erst aus der größten wirtschaftlichen, besser, Finanz- und Bankenkrise herauskam, sollte eine verbesserte „European Governance“ angestrebt werden. Wie wir heute wissen, sollte das sowohl nach innen für die Verbesserung der Kohäsion, als nach außen für eine gemeinsame Außenpolitik und Verteidigungsstrategie gelten. Laut Guy Verhofstadt war die Finanzkrise eher ein „Moment der plötzlichen Einsicht“ für die europäischen Länder, denn keines der Länder hätte alleine die Auswirkungen der Bankenkrise meistern können. Aber der erfolgreiche Krisenmodus der EU in den letzten Jahrzehnten bis zum „protrackted BREXIT“ verlangt ein neues positives Narrativ für Europa als Wertegemeinschaft, statt lediglich ein Club der Wohlhabenden und sich gemeinsam auf Kosten der Umwelt Bereichernden zu sein. Der 2011 aufgezeigte „European Way of Life“ hat sich als zu wenig nachhaltig herausgestellt. Um es mit Piketty 2019 zu sagen, eine Ideologie, die zudem Ungleichheit befördert, kann nicht unser gemeinsames europäisches Narrativ sein. Aber was kann es sein? It’s democracy, of course!